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Wer bin Ich?

In Alltagssituationen erleben und entdecken wir oft

verschiedene ‚Teilpersönlichkeiten’ und deren Reaktionsweisen in uns.

Manchmal den inneren Kontrolleur oder Beschützer, das Opfer, den Perfektionisten, das innere Kind, den Richter, die Angst oder Depression, aber auch den Großzügigen, Mitfühlenden, die Freude und Liebe, die Zufriedenheit und die Weisheit. die grosse Weite.

Aber wer davon bin ich eigentlich wirklich? Dieses Seminar lädt ein, mit Übungen zur Meditation und Achtsamkeit und einer speziellen „Befragungstechnik“ diese Inneren Teilpersönlichkeiten zu Worte kommen zu lassen, ihre Funktion und ihren Nutzen zu verstehen und ihnen einen Platz zu geben. Hier entdecken wir auch unseren Inneren Freiraum.

Von diesem Raum kommt vielleicht auch folgende Frage zur Beantwortung: 

Ich habe alle diese Teil-Persönlichkeiten, aber bin ich sie auch?

 

In der Psychosynthese gibt es das Konzept der Teilpersönlichkeiten.

Anknüpfend an die große Frage: Wer bin ich – können wir beobachten, dass in unserem Bewusstseinsraum, je nach Situation, verschiedene Gefühle, Gedanken und somit Reaktionsweisen zum entstehen kommen.

Ein Beispiel:

Mein sechsjähriger Sohn schlägt mir mit beiden Händen spielerisch aber fest, rechts und links auf die Ohren – und es tut weh, auch wenn er es spaßhaft meinte. In mir entsteht plötzlich ein Schmerz, Ärger, und ich merke wie ich langsam davon überflutet werde. Ich werde laut und schimpfe mit ihm, fasse ihn energisch am Arm und beschwere mich über seine „Misshandlung“. Etwas in mir weiß, dass er nur einen Spaß machen – also mir nicht wehtun wollte - und doch eine solche Reaktion von mir? Was ist geschehen?

In mir ist eine Teilpersönlichkeit zum entstehen gekommen – ich nenne sie mal den inneren Beschützer – dessen Aufgabe es ist zu schützen, dazu brauchte er auch die Wut die ihm Kraft gab. Er sieht manchmal nicht das Ganze an der Situation sondern reagiert einfach ganz schnell, das ist seine Natur.

Als ich dann diese ganze Reaktionsweise erkannt und die Teilpersönlichkeit benannt hatte, merke ich wie es wieder ruhig wird – der Ärger abnimmt und ich werde wieder zum liebevollen Papa, nichts bleibt ‚hängen’ und ich kann meinem Sohn erklären was passierte.

In anderen Situation springen andere Teilpersönlichkeiten an: 

Da gibt es den Kontrolleur, das Opfer, das Kind, den Skeptiker, den Gierigen, der Rebell, der Trotzkopf, die Angst, die Depression und andere – aber es gibt auch Teilpersönlichkeiten die auf der sogenannten heilsamen  Seite stehen wie, der Liebevolle, die Kraft, die Freude, der Großzügige, der Mitfühlende, der Gelassene, das große Herz, der Weise und andere.

Wie die Identität eines Raumes durch die Qualität seiner Einrichtung einen Namen bekommt, (aus bestimmten Gründen ist eine Toilette eben kein Wohnzimmer) so geben wir auch uns den Namen oder eine Identität auf Grund der Qualitäten die wir in uns entdecken, sprich auf Grund der verschiedenen Teilpersönlichkeiten die ‚anspringen’.

Das ‚Ding’, das die Bühne für all diese Teilpersönlichkeiten, Gefühle, Gedanken ist nennen wir das Ich oder das Selbst, Geist oder Bewusstsein– es ist jener Bewusstseinsraum der uns das Gefühl gibt: Ich Bin.

An das Ich Bin hängen wir die verschiedenen Attribute an wie ärgerlich, freundlich, geizig, ängstlich, neidisch, großzügig, schlau, dumm, reich, arm usw. eben  das, was wir in uns entdecken.

Die Erfahrung zeigt, dass all diese Attribute im wahrsten Sinne des Wortes nur Anhängsel sind und sich schnell verändern können – das Ich Bin bleibt – das Ich Bin dieses oder jenes ändert sich ständig.

Die großen Weisen bestehen darauf, dass wir unendliches Bewusstsein sind, angefüllt mit Liebe, Mitgefühl und Weisheit.

Ein sehr bekannter buddhistischer Mönch, Ajahn Man Bhuridatta, der die thailändische Waldtradition ins Leben gerufen hat formuliert es so:

„Die Natur des Geistes ist strahlender als es irgendetwas sein könnte. Aber wegen den ‚Verfälschungen’, den Herzenstrübungen wird er verdunkelt und befleckt und verliert so sein Strahlen.“ 

Ajahn Chah, ein anderer buddhistischer Mönch der thailändischen Waldtradition sagt: „Das Wissen, dass der Geist der Geist und das Objekt das Objekt ist, ist die Wurzel, aus der der Buddhismus herauswachsen konnte. 

Es ist das Herz des Buddhismus.“

Ein indischer Weiser, Nisargadatta Maharshi gibt die Anratung: „Alles was sich ständig verändert kannst Du nicht sein. Dein Körper, die Gedanken, die Gefühle, Wünsche, Wahrnehmungen – finde heraus was sich nicht ändert oder dem Gesetz der Unbeständigkeit unterworfen ist.

Das Ich Bin bleibt – die Attribute ändern sich.                                               zurück